Auf dem Boden sind Objekte platziert. In jedem ist ein scheinbar weißes Papier eingefasst; ein Bildinhalt ist nicht zu erkennen. Kabel führen unter den Objekten entlang und verbinden diese miteinander. Erst beim Durchschreiten der begehbaren Installation wird diese durch die Präsenz der Besucher aktiv. Einzelne Teilbereiche der Objekte leuchten auf und machen kurzzeitig dokumentarische Fotografien sichtbar, die nach dem Erlöschen des Lichts verblassen. Die Bilder zeigen globale, durch menschlichen Einfluss potenzierte Gefahren wie Hitzeextreme, Starkregenereignisse und klimabedingte Migration.
In dieser Arbeit beschäftigt mich die Diskrepanz zwischen der rationalen Kenntnis globaler Krisen und der eigenen, oft ausbleibenden, flüchtigen emotionalen Betroffenheit. Das fragmentarische, zeitversetzte Aufblitzen der Bilder gewährt jeweils nur einen kurzen Einblick, bevor die dokumentierte Realität wieder im Weiß der Fläche verblasst.
2026 double your attention, Landesmusikakademie Niedersachsen, Wolfenbüttel
2024 Back to where we have started from, halle267 – städtische galerie braunschweig
Philosophischer & Psychologischer Kontext: “I am convinced that of all the dangers that face us [...] none is so great as our denial. [...] Any system that refuses to see the consequences of its own actions is suicidal.” (Quelle: Joanna Macy, Ökophilosophin, 1929–2025). Die Verdrängung (denial) wird hier als systemischer und psychologischer Schutzmechanismus vor komplexen Krisen beschrieben.
Umweltpsychologie & Interaktion: Das Ausbleiben einer dauerhaften emotionalen Betroffenheit bei globalen Krisen wird in der Forschung als Klimaparadoxon oder psychologische Distanz (Psychological Distance) beschrieben (Quelle: Umweltbundesamt / Max-Planck-Institut). Die Aktivierung der Lichtquellen erfolgt über eine sensorgesteuerte Schaltung durch die physische Präsenz der Besucher.
Wissenschaftliche Datenbasis: Die aufleuchtenden dokumentarischen Fotografien zeigen verifizierte, durch den Menschen potenzierte Extremwetterereignisse und Migrationsbewegungen auf Basis der aktuellen Sachstandsberichte des Weltklimarats (Quelle: IPCC, 6. Sachstandsbericht).