Please Free Me from My Whises

Intervention 2026 | Münzen, Kreide | Maße variabel

Kulturhistorisch existiert das kollektive Ritual, Münzen für die Erfüllung von Wünschen in Brunnen zu werfen. Auf dem Vordach der Landesmusikakademie Wolfenbüttel, über dem Haupteingang, ist ein Kreis aus Münzen platziert. Vom Vorplatz aus ist dieser Kreis nicht zu sehen; nur eine Durchzeichnung mit Kreide verortet ihn auf dem Boden. Für eine Interaktion müsste eine Münze von unten aus auf „gut Glück“ geworfen werden. Einsehbar wird die Arbeit erst aus dem zweiten Obergeschoss des Gebäudes durch die dortigen Glasflächen.

 

Der Titel „Please Free Me from My Wishes“ versteht sich für mich als Aufforderung, mein eigenes Begehren zu hinterfragen. Welche meiner Wünsche entstehen tatsächlich aus mir selbst heraus und welche werden mir durch kollektive Vorstellungen von Glück, Schicksal, Wohlstand, sozialen Druck oder durch biologische Triebe und innere Zwänge auferlegt? Letztlich hat jeder Wunsch seinen Preis.

 

 

 

 

 

Ausgestellt

2026 double your attention, Landesmusikakademie Niedersachsen, Wolfenbüttel 


Hintergrund & Recherche

Kulturanthropologie: Der Wunschbrunnen als ritualisierte Kulturpraxis (Votivgabe), bei der materieller Wert (Geld) gegen immaterielles Glück (Zukunft) eingetauscht werden soll (Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung / Volkskundliche Forschung).
Soziologie: Untersuchung der Konstruktion von Begehren durch kollektive gesellschaftliche Mechanismen und vorgegebene Vorstellungen von Wohlstand (Quelle: Soziologisches Forschungsinstitut).
Psychologie / Biologie: Untersuchung innerer Zwänge. Die Frage, inwieweit Wünsche durch neurobiologische Triebe oder psychische Dispositionen determiniert sind (Quelle: Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften).